Konzeption

1. Vorwort

Wir sprechen mit dem neu gestalteten Konzept Eltern, allein erziehende Mütter oder Väter an, die einen Betreuungsplatz für ihr Kind oder ihre Kinder benötigen.

Die Besonderheit unserer Kindertagespflege liegt mit Sicherheit an den bedarfsorientierten Betreuungszeiten, auch das Abdecken von Randzeiten, überwiegend für Kinder von 0 bis 6 Jahren und in Ausnahmefällen bis 14 Jahren.

Wir, Helmut und Gisela Schurer, haben selbst zwei erwachsene Kinder und bereits eine Enkeltochter.

Seit 2004 ist Gisela Schurer in der Kindertagespflege als geprüfte Tagesmutter in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Rastatt tätig.

Helmut Schurer hat im Dezember 2010 die Prüfung zum Tagesvater mit Erfolg abgelegt.

Unser gemeinsames Ziel ist es, mit Fachkompetenz und Herz das Sozialverhalten der Kinder zu fördern, die Erziehung der Eltern zu unterstützen und eine altersgerechte Betreuung anzubieten.

2. Rahmenbedingungen der Kindertagespflege

Die Pflegeerlaubnisse von Gisela und Helmut Schurer wurden beim Jugendamt Rastatt beantragt.

Durch die Größe der Tagespflegestelle bietet es sich an, Kinder unterschiedlicher Altersgruppen aufzunehmen. So ist auch noch eine familiäre Atmosphäre zu schaffen.  Es stehen ein großer Gemeinschaftsraum mit diversen Spiel- und Klettergeräten, sowie ein abgetrennter Ruheraum für Kleinkinder, eine Küchenzeile und ein kindgerechter Sanitärbereich mit Wickelkommode zur Verfügung.

Im Außenbereich befindet sich ein eingezäunter Spielbereich mit Klettergerüst und Schaukel. Unsere Betreuungszeiten sind im Regelfall von 7 Uhr bis 18 Uhr. Darüber hinaus bei uns zu Hause nach Absprache auch über Nacht.

In den Ferien kann nach rechtzeitiger Anmeldung eine Ganztagesbetreuung der Kinder gewährleistet werden.

3. Lebenssituation der Kinder

Es können insgesamt 12 Kinder, davon 7 Kinder zeitgleich betreut werden. Wir legen Wert auf gemischte Gruppen, beiderlei Geschlechts, unterschiedlicher nationaler und sozialer Herkunft.


4. Ziele der pädagogischen Arbeit

a) Entwicklungsbedingungen und –möglichkeiten des einzelnen Kindes

Es ist unser Ziel die Kinder je nach Alter, Entwicklung und Interessen zu fördern.

Mit gezielten Spielen und Anregungen die Grobmotorik, aber auch die Feinmotorik der

Kinder fördern und weiterentwickeln (möglichst wenig fertiges Spielzeug).

b) Soziale Kontakte zwischen  Kindern und Erwachsenen

Unserer Meinung nach ist der entscheidende Vorteil der Kindertagesbetreuung die familienergänzende Erfahrung für Kinder. Für Kleinkinder müssen solche offene Betreuungsformen besonders konzipiert sein, dass sie darin sowohl die Geborgenheit mit der unmittelbaren Bezugsperson erleben, als auch eine Neugierde für neue Begegnungen entwickeln können. In diesem Umfeld möchten wir es ihnen ermöglichen, Wege zum Erlernen von gewaltloser Auseinandersetzung von Konfliktsituationen zu entdecken und alternative Handlungsmöglichkeiten zu erproben und zu erlernen.

Über soziale Kompetenz ist bei Jens B. Asendorpf, Lehrbuch der Persönlichkeits- psychologie, nachzulesen: „Soziale Kompetenz setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Konfliktfähigkeit und Kooperationsbereitschaft.“ Sozial kompetente Menschen besitzen Verhaltensweisen, die es Ihnen ermöglichen, eigene Ziele innerhalb sozialer Beziehungen zu erreichen, ohne die Beziehung zu gefährden.

Die Erziehung zur sozialen Kompetenz muss möglichst frühzeitig beginnen, wenn sie erfolgreich sein will. Nur durch Konsequenz und Toleranz, sowie dem Lernen anhand selbst erlebter authentischer Beispiele (=prägendes Lernen) können sich Erfolge einstellen. Prägendes Lernen geschieht unserer Ansicht nach nicht mit vorgegebenen Spielmitteln bzw. “fertigem” Spielzeug, sondern Lernen geschieht in der Umwelt mit alltäglichen Dingen.

„Wer den Austausch mit Kindern auf das gesprochene Wort reduziere, der werde nie verstehen, wie ihre Welterfahrung sich bildet. Und wie soll man Kinder erziehen, wenn man sie nicht einmal versteht?“

(Johanna Romberg in GEO, Heft 10/2001)

Die kreative Anregung der eigenen und natürlichen Talente sollen einen großen Schwerpunkt unserer Arbeit bilden. Die Kinder sollen lernen eigene Formen von Spiel und Spielverhalten zu entwickeln. Wir möchten weg vom konsumorientierten Spielverhalten, hin zur Entwicklung und Entdeckung des Spielerlebens von Kleinkindern. Spiel ist Arbeit und Lernen, jedoch oft ohne sichtbare Ergebnisse für den Erwachsenen. Unser Anspruch ist es gerade dies bei den Kindern zu entdecken und zu fördern.

„... das Kind ist stark, reich, mächtig und kompetent. Was kann Erziehung anderes sein als die Kunst, diesen Reichtum und diese Stärke zu bewahren und zu fördern?”

(Johanna Romberg in GEO, Heft 10/2001)

Hilfreich ist hier für uns der Situationsansatz wie im SGB VIII Online Handbuch für Erzieherinnen, mvg-Verlag Landsberg/Lech, formuliert: „Dabei rückt die Lebenswirklichkeit des Kindes in den Mittelpunkt der Überlegungen. Kinderfragen, Ungelöstheiten, Widersprüche und Probleme der Kinder selbst sind für uns Wegweiser in der pädagogischen Arbeit. Sie selbst müssen als kompetent angesehen werden, ihre eigene Wirklichkeit mitzugestalten. Alle an der Situation von Kindern Beteiligte sollten in die Lern- und Erfahrungsprozesse der Kinder als Mithandelnde, Lernende, Mitentscheidende und gleichwertige Sachverständige soweit als möglich mit einbezogen werden.“

Eine unserer Aufgaben besteht in der Wahrnehmung des Entwicklungsstandes und in den Möglichkeiten der Einflussnahme. Bei der Wahrnehmung des Entwicklungsstandes müssen wir unterscheiden zwischen:

  • körperlicher Entwicklung (Bewegungserziehung der Grobmotorik und Feinmotorik),
  • geistiger Entwicklung (kognitive Unterstützungsmaßnahmen),
  • emotionaler Entwicklung (psychische Unterstützungsmaßnahmen),
  • sozialer Entwicklung (Möglichkeiten der Begegnung und Auseinandersetzung)


Jedes einzelne Kind muss in seiner speziellen Entwicklungsgeschichte ernst genommen werden und benötigt Anregungen und Freiräume für eine Weiterentwicklung. Das Alter von 0 bis 3 Jahren ist die Zeit des Entdeckens und Erfahrens der Umwelt. Wesentlich ist, dass das Kind möglichst viele Dinge selbst entdeckt. Wir möchten nur begleitend, lenkend und motivierender Partner der Kinder sein. Selbst erreichte Erfolgserlebnisse sind unvergesslich, und fördern das Selbstbewusstsein. Ein verständnisvoll angeleitetes Kind wird sich selbst aktiv beschäftigen und kein Störenfried sein.

Deshalb ist für uns die Schaffung von Regeln und Freiräume hierbei ein wichtiger Punkt in der Arbeit mit den Kleinkindern. Diese existieren aber nicht nur für sie, sondern für alle die am Tagesgeschehen beteiligt sind, d.h. auch für uns. Durch den Umgang mit Regeln erlernen sie die Bedeutung von sozialen Werten und Strukturen. Dabei ist es für uns sehr wichtig genau zu beobachten, wie gestaltet sich die Gesamtsituation der Gruppe bis hin zum einzelnen Kind. Dementsprechend werden wir dann den Tagesablauf gestalten, Freiräume schaffen und auch mal Motivationsarbeit leisten. Als Gerüst sehen wir dabei die Projekt- und Angebotsarbeit mit den Kleinen, wobei wir uns am Jahreskreis orientieren möchten. Jahreszeiten, Feste, Traditionen und die damit verbundenen Rituale sind elementare Bestandteile die sich im Alltag wieder finden und jederzeit mit allem verbinden lassen. Durch diese Arbeitsweise gibt es innerhalb und außerhalb der Tagespflegestelle unzählige Möglichkeiten Erfahrungen zu sammeln und verschiedene Interessen und Anlagen der Kleinkinder zu fördern. Aktiv im Spiel werden wir Murmelbahnen bauen, auf Töpfen Musik, oder Krach, machen, vielleicht mit den kleinen Fingerchen und Fingermalfarbe erste Kunstwerke entstehen lassen. Jeder Stein, jedes Blatt oder jedes Stöckchen wird für uns zum Arbeits-/ Spielmittel werden. Alles kann betastet, befühlt oder auch beschnuppert werden. Je nachdem was sich aus der Grundsituation und -interesse der Kinder heraus ergibt, wird sich der Spiel- und Erfahrungsablauf gestalten. Auch die ständige Weiterbildung und der Austausch mit den Eltern, anderen Pflegepersonen und Pflegeeinrichtungen sind uns sehr wichtig.

Deswegen, finden wir, kann man die unterschiedlichen Entwicklungsmöglichkeiten (Verbindung von sprachlicher, musikalischer, sportlicher und kreativer Förderung) nicht unbedingt voneinander trennen. Nehmen wir ein Beispiel: Wir lesen den Kindern eine kurzen Herbstreim über Äpfel, die reif sind, vor. Was kann man nicht alles daraus entwickeln! Erstens kann man den Reim auch singen mit begleitenden Gesten. Vielleicht mag das eine oder andere Kind ja mitmachen oder auch tanzen. Eine Trommel oder Topf zum Musik machen findet sich auch noch. Wer will kann auch mal versuchen einen “Apfelkreis” zu malen. Schon sind wir von der sprachlichen Seite über die musikalische zur Bewegung und kreativen Seite gewechselt. Da gerade Herbst ist, lasst uns doch mal nach draußen gehen und einen Apfelbaum suchen. Und wenn wir ein paar Äpfel gefunden haben, können wir ja mal kräftig abbeißen.

Körperpflege, Schlafbedürfnisse, das Einnehmen der Mahlzeiten nehmen einen großen Raum im Tagesablauf ein und haben für die Kinder elementare Bedeutung. Ob es sich dabei um das rechtzeitige Wechseln der Windeln oder die Erfüllung des individuell verschiedenen Schlafbedürfnisses handelt, ist für die Kinder gleich wichtig. Sie sind wichtig für das körperliche und seelische Wohlbefinden. Soziale Kontakte werden zunächst über diese Maßnahmen geknüpft. So ist es ganz klar, dass es einen strukturierten Tagesablauf innerhalb der Tagespflegestelle geben muss, indem all diese Pflegemaßnahmen ihren festen Platz haben müssen.

Wenn sich die Eltern für ein Tagespflegeverhältnis entschlossen haben, beginnt die Eingewöhnungszeit. Dies ist der sensibelste Teil des Tagespflegeverhältnisses. Hier wird der Grundstein für das Vertrauensverhältnis zwischen Kind und Tagespflegeperson und Eltern gelegt. Die Eingewöhnung ist mit Ängsten von Kindern und Eltern gleichermaßen begleitet. Deshalb möchten wir dieser Phase besondere Aufmerksamkeit zuteil werden lassen. Am besten ist eine 14tägige Eingewöhnungszeit, in der die Eltern stundenweise mit ihren Kindern uns besuchen kommen. Hier haben alle die Möglichkeit sich untereinander kennen zu lernen. Die “Neuen” erleben die anderen Kinder, Eltern erleben uns in der täglichen Arbeit, Kontakte zu anderen Eltern entstehen. Ziel ist es, Angst und Unsicherheiten abzubauen und den Weg für eine vertrauensvolle Betreuungsarbeit zu schaffen. Außerdem werden wir die Eingewöhnungszeit speziell an die Bedürfnisse des Kleinkindes und deren Eltern anpassen.

5. Zusammenarbeit mit Eltern, Tagespflegepersonen, Institutionen sowie Fort- bzw. Weiterbildung und Praxisbegleitung

Kleinkinder können sich über die Sprache nicht oder nur schwer verständigen. Mütter und Väter kennen ihre Kinder sehr gut und gemeinsam können viele Äußerungen des Kindes "interpretiert" werden. Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist deshalb gerade in der Kleinkindphase von noch größerer Bedeutung als im Kindergarten und bildet ein gegenseitiges “Geben und Nehmen”. Eltern benötigen Informationen und Hinweise, wie ihr Kind sich außerhalb der Familie verhält. Sie wenden sich an uns und wir müssen Auskunft geben können. Umgekehrt möchten Eltern, dass auch die speziellen Bedürfnisse ihres Kindes berücksichtigt werden. Das Eingehen auf die “Ist-Situation” der Familie, ist dabei ein großer Anspruch an unsere Arbeit. Ein regelmäßiger Gedankenaustausch ist für uns eine Arbeitsgrundlage, damit wir dem Kind ein möglichst optimales Umfeld schaffen kann. Dieser Austausch geschieht nicht nur über die Eltern, sondern auch über andere Tagespflegepersonen. Wir können uns mit unserer praktischen Erfahrung, fachlichen Kompetenz gegenseitig helfen und unterstützen. Tagespflegeperson heißt für uns nicht allein zu arbeiten.

Die Stadt Gaggenau und das Jugendamt sind für uns feste Partner in der Tagespflegearbeit. Hier bieten sich für uns Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung, die wir sehr wichtig für unsere Arbeit als Tagespflegeperson erachten.

6. Exemplarischer Tagesablauf

 

07:00-09.00 Uhr Ankunft der Tageskinder
07.00-08.00 Uhr Frühstück, Händewaschen, Toilette / Wickeln, freies Spiel
08.45-09.00 Uhr Begrüßung Ankunft  aller Kinder,
Morgen- und Begrüßungslieder gemeinsame Runde,
Vorstellung des Tages
09.00-11.30 Uhr Angebote, Ausflüge, Spielfreizeit,
Händewaschen, Toilette / Wickeln
11.30-12.30 Uhr Mittagessen, Händewaschen, Toilette / Wickeln
12.30-14.30 Uhr Mittagsruhe
14.30-15.30 Uhr Toilette / Wickeln, Anziehen, evtl. Obst
ab 14.30 Uhr Spielfreizeit bis Abholung durch die Eltern

 

 

7. Raumnutzungskonzept

Es stehen ein großer Gemeinschaftsraum mit diversen Spiel- und Klettergeräten, sowie ein abgetrennter Ruheraum für Kleinkinder, eine Küchenzeile und ein kindgerechter Sanitärbereich mit Wickelkommode zur Verfügung.

Im Außenbereich befindet sich ein eingezäunter Spielbereich mit Klettergerüst und Schaukel.


8. Kurzlebenslauf

Wir, Helmut und Gisela Schurer, sind 1954 im schwäbischen Teil Baden–Württembergs geboren.

1992 sind wir aus beruflichen Gründen nach Staufenberg gezogen, wo wir immer noch wohnhaft sind.

In Staufenberg hatten wir über acht Jahre eine private Seniorenpension sehr erfolgreich geführt. Helmut Schurer war zu der Zeit noch hauptberuflich bei der Daimler AG in Rastatt angestellt und nebenberuflich in der Seniorenpension beschäftigt.

Nach umfangreichen Schulungsmaßnahmen haben wir uns zu Kindertagespflegepersonen qualifiziert.

Wir wollen unser ganzes Herz und unsere Kraft für dieses Vorhaben einsetzen.

Gernsbach 13. Juli 2010


Helmut Schurer                                            Gisela Schurer